Es folgt eine Kurzbeschreibung und anschließend der Seiteninhalt. Hier springen Sie zum Menü.
Gottesdienstzeiten und Informationen über uns und unsere Kirchen

Mehr zum Gebäude der Magdalenenkirche

Mit ihrem basilikalen Stil steht die Kirche in der auslaufenden Tradition der Baumeister Schinkel, Stüler und Adler. Charakteristisch für jene Epoche sind die äußere Ziegelwand und die Holzverarbeitung im Inneren (Dachkonstruktion des Kirchenschiffs und Empore). Die Farbgebung lehnte sich ebenfalls an klassizistische Vorbilder an.

Der mit roten Ziegeln verblendete Mauerwerksbau wurde in Ost-West-Richtung angelegt. Die Fassade ist durch Lisenen, Gurtgesimse und Rundbogenfriese gegliedert. Die Eingangsseite an der damaligen Bergstraße erhielt einen hohen Turm, dessen oktogonaler Helm von vier kleineren Ecktürmchen flankiert ist. Das oberste Turmgeschoss ist in je zwei übergiebelten Arkaden geöffnet. Der Chor wurde mit 5/8-Schluss ausgebildet.

Das älteste Zeugnis in der Kirche ist das Kruzifix auf dem Altar aus dem 16./17. Jahrhundert von einem unbekannten Rixdorfer Schnitzer, das bis 1879 in der alten Dorfkirche stand.

Die heutige ockerfarbene Ausmahlung des Kirchenschiffs entspricht der ursprünglichen Farbgebung von 1879. Die hellen, warmen und freundlichen Farben und die bäuerlich-verspielten Ornamente schienen dem Lebensgefühl der ständig wachsenden Gemeinde zu Rixdorf zu entsprechen.

Das Lutherbild neben dem Eingang wurde 1883 von Ernst-Moritz Geyger gemalt. Das Gemälde „Der auferstandene Christus begegnet der Maria Magdalena“ stammt von dem Maler Müller-Münster aus Steglitz.

1910 wurde die Kirche umgebaut, mit neuer Heizung und elektrischer Beleuchtung versehen. Der bisherige Altar wurde gegen einen neuen in Tischform aus schwäbischem Muschelkalk ausgetauscht. Die dunkle Eichenholz-Imitation von 1910 mit mehrfarbigen Schmuckelementen konnte in der Mitte der Dachkonstruktion und am rechten Pfeiler freigelegt bzw. rekonstruiert werden.

1928 ersetzte ein neues Stahlgeläut die 1917 abgelieferten Glocken.

Die nächste Veränderung fand zum 50. Jubiläum im Jahre 1929 statt. Die Brüstungsfelder der Empore erhielten eine eher dunkle Bemalung, die seitlich an dem "bdquo;Balkon“ der Orgelempore freigelegt wurde. Die Kapitelle und Schnitzereien wurden vergoldet, der Altarraum und die Seitenwände erhielten ein olivgrünes Paneel. Im Altarraum entstand ein Schriftzug, der in Beziehung zum Abendmahl stand. Davon sind die Worte „Mein Fleisch ist die rechte Speise“ im linken Teil des Altarraumes inzwischen wieder zu lesen.

Die Jahre des zweiten Weltkrieges hat unsere Kirche unbeschadet überstanden. Lediglich die Kirchenfenster waren zerstört. An die Kriege erinnert unser Taufstein. Dieser wurde aus einem Teil eines Kapitells der kriegszerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gearbeitet.

Zum 80. Jubiläum im Jahre 1959 erhielt das Kircheninnere - dem Geschmack jener Zeit entsprechend - einen nüchternen, kalt wirkenden, blaugrauen Anstrich. Einzelne kleine Farbschnitte an Kanzel und Orgel geben als Demonstrationsfelder davon Zeugnis. Am 8. November 1959 wurde die Kirche erneut der Gemeinde übergeben, die erst am 1. April 1948 selbständig geworden war. Vorher hatte sie zur Stadtkirchengemeinde Neukölln gehört.

In den 1970er Jahren schließlich musste der Fußboden erneuert werden. Die Gemeinde entschied sich für blaues Linoleum sowie eine Bestuhlung an Stelle der alten Kirchenbänke, um den Kirchenraum vielfältiger nutzen zu können.

Eine große Spendenfreudigkeit unserer Gemeindeglieder, finanzielle Hilfe des Kirchenkreises Neukölln und schwesterlich verbundener Gemeinden sowie der Landeskonservator haben schließlich die in den Jahren 1984 bis 1986 vorgenommene Restaurierung unserer Kirche weitgehend nach dem rekonstruierbaren Befund von 1879 ermöglicht. Die ehemaligen Kirchenbänke, der Fußboden, der Altar sowie die Kronleuchter aus früher Zeit blieben durch moderne Varianten ersetzt.

In einer umfangreichen weiteren Restaurierung wurde in den letzten Jahren auch die Orgel auf den ursprünglichen Zustand von 1879 (Dinse) oder 1909 (Sauer) zurückgeführt und Ende 2012 wieder eingeweiht.

Mehr zur Geschichte der Magdalenenkirche

zum Seitenanfang