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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch April 2019


Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
 Mt. 28,20

Liebe Gemeinde!
„Siehe, ich bin bei euch“ - nichts fasst treffender das Ostergeschehen zusammen: Der Stein ist fort und das Grab ist leer. Der Jesus, der am Kreuz gestorben ist und mit dem Begraben ganz sicher weg war, das heit nicht mehr zu sehen war, ist sichtbar. Und mehr noch, er fordert uns mit der Imperativformulierung „Siehe“ auch wirklich auf den Auferstandenen zu blicken und der guten Welt, die Gott fr uns bereithlt, zuversichtlich und frhlich ins Auge zu blicken.

Jedes Mal, wenn mir der Monatsspruch im April irgendwo begegnet (z.B. ber dem Eingang der St. Nikolai Kirche in Potsdam) drngt sich mir der Gedanke auf: Muss das nicht heien „Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der (oder auch: deiner) Welt und noch vieeeel weiter.“? Natrlich ist mir die theologische Bedeutung von „bis an der Welt Ende“ (d.h. wenn unsere bekannte Welt endet und Gott das Himmelreich auf Erden schafft) bewusst. Trotzdem finde ich den Gedanken viel trstlicher, dass Jesus jeden Tag fr mich da ist und dass das Ende meiner Welt - also mein eigener Tod - erst der Anfang ist. Ich durch Jesus die Gewissheit habe: Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Wie endlich die Welt ist, erfahren wir immer aufs Neue: Vor 500 Jahren dachte man noch, die Erde ist eine Scheibe und hat ein Ende. Heute wissen wir, dass die Erde rund und damit unendlich ist, aber wir mssen auch immer mehr feststellen, dass ihre Ressourcen und Lebensfhigkeit nicht unendlich ist.

Im Augenblick glauben die meisten AstrophysikerInnen, dass das Universum unendlich ist. Es gibt aber auch bereits Stimmen, die sagen, das stimmt so nicht. Unsere Denkwelt ist also ziemlich sicher ganz schn endlich. Und mitunter nicht nur die: Wie endlich meine Welt ist, bemerke ich doch schon daran, wo ich berall noch nicht war. Es gibt Orte in Berlin, da war ich noch nie. Meine Welt erscheint mir da ziemlich klein. Und wenn ich an Diskussionen ber klar sexistisches Verhalten denke, dann frage ich mich: Wie klein ist bei manchen Menschen eigentlich die Welt?

Fr mich zhlt dann der Zuspruch Jesu ganz besonders: Siehe, ich bin bei dir bis ans Ende deiner Welt und noch vieeeel weiter. Manchmal braucht es eben den Rckenwind Gottes, um die Endlichkeit der eigenen (Denk- und Erlebens-) Welt mit gengend Schwung zu berwinden und immer weiter mit Neugier der Welt zu begegnen.

Christian Eisbrenner



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