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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Februar 2018


Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, dass du es tust.
 Deuteronomium 30,14

Liebe Gemeinde!
„Mssen wir das auswendig lernen?“ In dieser Frage von Konfirmand*innen steckt Widerwillen. Immer wieder wird in Gemeindekirchenrten und unter Pfarrer*innen gerne darber diskutiert, ob und wenn ja was - bis zur Konfirmation „auswendig gelernt“ sein muss.

„Auswendig lernen“ klingt anstrengend und es ist auch schwer, fremde Worte und Stze im Kopf zu speichern. "Learning by heart" - in der englischen Sprache klingt es vershnlicher: mit dem Herzen lernen. Im Kopf kann man speichern - und auch wieder lschen. Was im Herzen gespeichert ist, lsst sich schwerer lschen.

Die Frau in der kleinen Gemeinde im Altersheim wei nicht mehr, wo sie wohnt und auch nicht, wie ihre Kinder heien. Doch das Weihnachtsevangelium nach Lukas spricht sie laut und deutlich Wort fr Wort mit. Sie kennt es in- und auswendig. Sie hat es nie auswendig lernen mssen. Es hat sich in ihrem Herzen angesiedelt.

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, dass du es tust.

Das Gebot der Liebe, das alle Gebote und das ganze Wort Gottes umfasst, schenkt Leben. Und es kann nur wirken, wenn Herz und Verstand bereit sind, es zu verstehen. Was Nchstenliebe bedeutet, wenn sie gleichzeitig Gottesliebe ist, dazu muss jede und jeder den eigenen Lebensweg gehen.

Doch nicht alleine. Gottes Wort gehrt in die Gemeinschaft. In das gemeinsame „Murmeln“ und in die Diskussion, wie es zu verstehen und in das Leben zu bersetzen ist. Denn: Nichts soll getan werden, ohne das es im Herzen bedacht wurde.

Der Monatsspruch ermutigt zur Entschleunigung und bewahrt vor Stillstand. Gottes Wort lebt, damit es in Taten der Liebe umgesetzt wird. Es ist nahe. Und muss doch jedes Mal neu in den Mund genommen und durch das Herz gegangen sein.

Es gibt viele biblische Worte und diesem Wort nachgedichtete Lieder, die uns das ganze Wort Gottes nahe bringen. Wenn wir diese immer wieder miteinander teilen und bedenken, Worte gemeinsam singen und beten, sammeln sie sich im Herzen an und bewegen uns inwendig und nach auen gewandt.

Wir mssen nichts auswendig lernen. Wir knnen lernen, hellhrig zu bleiben, fr das Wort Gottes, das nahe ist. Wir knnen lernen, das Wort immer wieder zu bedenken - und uns treiben lassen, wenn es uns den Weg weist.

Gottes Segen wnsche ich Ihnen auf Ihren Wegen!
Viola Kennert
Superintendentin



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