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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch April 2018


Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
 Johannes 20,21

Liebe Gemeinde!
Verschlossene Tren, verngstige Gesichter, gedrckte Atmosphre, so saen die Jnger Jesu beisammen. Die Kpfe gesenkt, der Blick leer. Sie konnten noch nicht fassen, was geschehen war. Wie hoffnungsvoll hatte alles begonnen? Aufbruch, Nachfolge, Neuanfang, das Reich Gottes zum Greifen nahe - die Erwartungen waren gro. Und dann: Kreuzigung, Tod - aus der Traum. Grenzenlose Enttuschung, Fassungslosigkeit und Trauer. Zu der Trauer gesellten sich Selbstzweifel: waren wir blind, sind wir einem Scharlatan aufgesessen. Was faszinierte uns so sehr an ihm, dass wir alles aufgaben? Angst machte sich breit. Wrde man sie nun auch suchen, abfhren, vor Gericht stellen, wie ihren Meister? Sie ziehen sich zurck.

Verschlossene Tren. Wir kennen sie nur zu gut, kennen die Resignation, kennen die ngste, kennen die Fragen. Wir suchen Schutz hinter verschlossenen Tren. Wir machen dicht. Gemeinden und Kreise werden kleiner. Wir ziehen uns zurck, wollen unter uns bleiben. Ein sicherer, abgegrenzter Raum. Wir fhlen uns wohler, wenn wir unter uns sind. So ging es auch den Jngern damals.

Da trat der Auferstandene ein. Niemand konnte sich erklren, woher er pltzlich kam. Die Tren waren verschlossen. Aber den Auferstandenen hielten keine verschlossenen Tren auf. Er trat ein und sprach: „Friede sei mit euch.“

Dieser Gru war ihnen vertraut. Es war der in Israel bliche Gru. „Schalom“, so grte man sich auf der Strae und in der Synagoge. Aber jetzt war es nicht der bliche Gru. Dieser Gru traf ins Innerste. Er traf hinein in die aufgewhlten Seelen. Dieser Gru vernderte sie. Zweimal sprach Jesus dieses „Friede sei mit euch.“ Das erste Mal verband sich damit nichts weiter, keine Sendung, kein Auftrag. Nur: „Friede sei mit euch.“ In alles aufgewhlt sein, in alle ngste, in alle Resignation, in alle Fragen hinein vernderte dieser Gru ihr Leben. Wenn doch das einer zu uns sagte: „Friede erfasse dich, bringe alles zur Ruhe, lasse dich aufatmen, durchatmen und wieder Mut fassen“. In solchen Worten wrde uns der Auferstandene begegnen. Und Friede wrde uns umfangen, ein Friede, der uns mit uns selbst vershnt und alle Zerrissenheit heilt. Solcher Friede wre ein Geschenk, ein Geschenk Gottes.

Erst dann sprach Jesus das zweite „Friede sei mit euch“, nun verbunden mit dem Auftrag: „wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“. Geht hin, breitet diesen Frieden aus, lasst ihn Menschen und Vlker erfahren, nehmt Anteil an Gottes Mission (missio dei) in dieser Welt. So werden Menschen, die aus dem Frieden Gottes leben, zu Friedensstiftern im Kleinen wie im Groen.

In diesem Sinne wnsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest und die Begegnung mit dem Auferstandenen.
Es grt Sie herzlich
Ihr Jrgen Fuhrmann



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