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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Oktober 2018


Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen.
 Psalm 38,10

Liebe Gemeinde!

Dieser Vers bringt sofort ein Lied in mir zum Klingen; in einem unserer Liederbcher zum Gottesdienst ist es zu finden:
Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glck, nach Liebe, wie nur du sie gibst.
Sehnsucht haben, das kennt wohl jede_r von uns. Vor dem Sommer ist es bei mir immer das Sehnen nach dem Meer, dem Horizont in der Ferne, dem Rauschen des Meeres im Ohr. Ja, diese Sehnsucht kommt jhrlich, sie ist wiederkehrend und ich erwarte ihre Erfllung mit Freude.

Dann gibt es die Sehnsucht nach dem Liebsten. Viele Jahre ist mein Mann regelmig auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs gewesen. Dass die Sehnsucht mit der Anzahl der Kilometer wchst, die zwischen uns liegen, habe ich erfahren, auch hier, die Erwartung der Erfllung in Freude.

Die Sehnsucht gehrt mit zum Leben, ich mchte sie nicht missen, sie erzhlt mir von dem Wunderbaren, das sich in meinem Leben ereignen wird.

Oder in diesem Sommer: die Hitze war doch manches Mal fast unertrglich.
Das Sehnen nach Regen, eher bekannt aus den heien Regionen der Welt, ist auch bei uns angekommen. Hier ist es eher Sorge, die mich erfllt hat. Was, wenn das Klima sich immer und immer wieder verndert? Was bedeutet das fr uns und unsere Kinder?

Sehnsucht bringt also auch zu Tage, was in der Erfllung so ungewiss erscheint. Der Beter des Psalms war in so einer Situation: krank, schwach, angefeindet: Eile mir zu Hilfe, HERR!, so schliet er sein Gebet.

Ungewiss sein, nicht wissen wohin diese Welt und ich in ihr einmal treiben, das gehrt mit zum Leben dazu. Auch wenn die meisten von uns das zum Glck nicht so krass erleben wie unser Psalmbeter. Ich wei eben nicht alles, kann nicht alles und habe nicht alles in der Hand.
Und deshalb ist es gut, eine Adresse fr unsere Sehnsucht zu haben, die Erfllung bringen kann, trotz aller Ungewissheit.
Die Sehnsucht ist mit dem Durst nach Glck und Liebe, in unserem Lied beschrieben. Glck und Liebe: beides ein Geschenk. Beides knnen wir uns nicht selbst machen, aber wenn es kommt das Glck, wenn sie da ist die Liebe, dann drfen wir sie aus Gottes Hand nehmen und dankbar sein.

Und jetzt im Herbst, wohin geht da unser Sehnen? Erzhlen sie es Gott, in Vorfreude oder im Seufzen, beides hat seinen Platz.

Ihre Christiane Richter



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