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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Dezember 2019


Wer im Dunkeln lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen G*ttes und verlasse sich auf seinen G*tt.
 Jesaja 50,10

Liebe Gemeinde!
Im Dunkeln leben und ohne Licht zu sein - das erscheint in unserem voll beleuchteten Kiez in der immer leuchtenden Hauptstadt unmglich. Gerade in der Adventszeit wnsche ich mir Wrme, Licht und gemtliches Beisammmensein. Doch es gibt Menschen, die in der Dunkelheit leben. Menschen, die einsam und hoffnungslos sind, und auch ich kenne diese Momente. Wo kein Licht und kein Leuchten das Herz mehr zu erreichen scheinen.

Ich fhlte mich auch an meine Zeit in Alagoinhas im Nordosten Brasiliens erinnert. In der Favela im Viertel Santa Terezinha habe ich vor einigen Jahren mehrere Monate in der kleinen Taiz-Gemeinschaft verbracht.
Die internationale kumenische Ordensgemeinschaft ermglicht vor allem in Taiz in Sdfrankreich kumenische Jugendtreffen. Viele Lieder aus Taiz wie

"Meine Hoffnung und meine Freude
Meine Strke, mein Licht
Christus meine Zuversicht
Auf dich vertrau ich und frcht mich nicht
Auf dich vertrau ich und frcht mich nicht"

singen wir auch in der Gemeinde. In Taiz in Sdfrankreich gibt es samstags eine "Nacht der Lichter".

Das ist eine Lichterfeier, in der an die Auferstehung Jesu Christi gedacht wird. Dabei bekommen alle am Anfang eine Kerze und geben das Licht im Verlauf des Gebets whrend des Gesangs der Reihe nach weiter. Ein hoffnungsvolles Lichtermeer entsteht.
Auch wenn in der Favela um die kleine Taiz-Gemeinschaft in Brasilien viele Menschen frhlich und glcklich sind, erleben dort viele im Favela-Alltag Gewalt, haben keinen Zugang zu guter Schulbildung, leben in rmeren Verhltnissen und gelangen schnell in den Sog der kriminellen Drogenbanden. Da traf ich Menschen, die perspektivlos, lichtlos, hoffnungslos waren.
Doch die Taiz-Gemeinschaft mit dem Morgentreff fr die Schulkinder und dem tglich offenem Nachmittagstreff "Brincadeira" bringt auch in diese schwierige Gegend Licht. In der "Brincadeira" knnen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen neues Vertrauen fassen, Vertrauen auf G*tt erfahren.
Da war Dona Sonia, die Kchenfrau der Taiz-Gemeinschaft. Sie kochte nicht nur fr die Kinder morgens vor der Schule eine warme Suppe, sondern begann den Tag mit den Kindern immer singend und liebevoll zugewandt. Bruder Rudolfo und sein Team hatten fr alle ein offenes Ohr. Da waren diese Menschen, die Vertrauen stifteten und die Botschaft verkndeten: Vertraue auf den Namen G*ttes! Verlasse dich auf G*tt! Lasse Licht in dein Herz und sei hoffnungsvoll!

Das Weihnachtsfest in der Taiz-Gemeinschaft werde ich nie vergessen (nicht nur, weil es unglaublich hei war), denn am Weihnachtstag wurde in der Brincadeira ein upgecyelter Weihnachtsbaum aus PET-Flaschen mit alten CD's als Kugelersatz aufgestellt. Die Jugendlichen fhrten mit einem echten Esel das Krippenspiel auf, sangen und aen an einer groen Tafel zusammen.

Eine Hoffnungsgeschichte, die es so hnlich auch in Berlin und an vielen Orten gibt, wo Menschen einsam, lichtlos und auch manchmal perspektivlos erscheinen. Wenn dann neuer Mut, neue Hoffnung und zugewandte Menschen da sind, die Licht und Vertrauen weitergeben, beginnt Advent, es kommt etwas Neues. G*tt ist da. G*tt kommt mit Jesus Christus in diese Welt. Da in der Krippe, in der Dunkelheit, da leuchtete der Stern von Bethlehem. Das Wunder der Weih-nacht. G*tt kommt in diese Welt, die noch nicht ganz heil und nicht ganz lichtdurchstrmt ist.

Doch da sind diese Adventsmomente. Wir knnen uns auf G*tt verlassen. Da ist, wie in Alagoinhas in der Taiz-Gemeinschaft, Wrme und Licht, das auch dann leuchtet, wenn es sonst ringsherum dunkel und hoffnungslos erscheint.
Egal ob die ausgesprochenen und oft auch unausgesprochenen Erwartungen vor und nach dem Weihnachtsfest erfllt werden, der wunderbare Zuspruch G*ttes erleuchtet die Dunkelheit. Auch wenn Pflichten oder Krisen mich manchmal das Licht im Dunkeln nicht sehen lassen, ist G*tt da, darauf ist Verlass. Manchmal braucht es auch liebe Mitmenschen, die ein Lied singen, eine Geschichte erzhlen, ein offenes Ohr haben, einen liebevollen Blick zuwerfen oder mit uns zusammen sind und uns erinnern:

G*tt ist treu.
(1 Kor 1,9 Monatsspruch Januar)

Patrica Sorgenfrei
Vikarin



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