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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Juni 2019


Freundliche Reden sind Honigseim, s fr die Seele und heilsam fr die Glieder.
 Sprche 16,24

Herzlich willkommen!
- Schn, dass du da bist!
- Das hast du gut gemacht!
- Ich fhle mit dir!
- Du bist schn!

Liebe Gemeinde,
das sind freundliche Worte, die jede*r gerne hrt. Worte knnen Balsam fr die Seele sein. Die richtigen Worte zur richtigen Zeit knnen strken, trsten, aufrichten, ja sogar abwehren und schtzen.
Das hat schon der Verfasser des Sprchebuches, ein Buch voller Alltagsweisheiten, erkannt. In Kapitel 16, Vers 24 werden wir dazu aufgefordert, freundlich miteinander zu reden!
In den ersten Wochen in der Gemeinde sind mir viele Menschen freundlich begegnet: herzlich willkommen heiend, wohlwollend, neugierig, lchelnd, ehrlich fragend und antwortend.
Freundlichkeit bringt Wohlwollen, Respekt und Anerkennung zum Ausdruck. Ich fhle mich als Mensch gesehen und angenommen. Freundlichkeit kann auf den ganzen Krper ausstrahlen. Freundlichkeit tut Krper und Seele gut. Es ist wie Honigseim, wrde der Verfasser des Sprchebuches sagen.
Da schon mein Grovater und spter auch meine Mutter Imker*in waren, ist mir Honigseim sehr vertraut: smiger ungefilterter Honig, der aus der Wabe heraustropft.
Als Kind habe ich diesen frischen Honig am liebsten ganz pur und vor der Verarbeitung aus einem Stck Wabe gelutscht. Dieser Honig ist ganz besonders. Er ist s fr die Seele und heilsam fr die Glieder. Im Altertum galt Honig als Heilmittel und auch heute glauben viele Menschen an die Heilkraft des Honigs.
Wie Honigseim knnen auch unsere freundlichen Reden wirken. Es ist einfacher mit einem freundlichen Menschen in ein Gesprch zu kommen, als mit jemandem, der feindselig ist.
Freundlichkeit ist aber nicht mit oberflchlichen Floskeln zur eigenen Durchsetzung bestimmter Interessen zu verwechseln.
Freundlichkeit ist eine Form von Liebe und freundliche Reden sind handelnde Liebe. Wir knnen freundlich miteinander reden, wenn wir einem Menschen ehrlich und auf Augenhhe begegnen, Solidaritt zeigen, trsten, Mut machen, wohlwollend ermahnen, miteinander diskutieren oder auch streiten. Es kommt auf den Ton, die Krperhaltung und das Wahren gegenseitiger Grenzen an.
Aber auch Freundlichkeit hat natrlich ihre Grenzen. Es wre ja unehrlich, wenn wir uns alle den ganzen Tag nur Honig um den Mund schmieren wrden! Wenn menschenverachtend geredet oder gehandelt wird, hrt es auch mit der Freundlichkeit auf. Dann muss deutlich benannt werden, dass es weder s fr die Seele noch heilsam fr den Leib ist.
Was wahre Freundlichkeit ist, das hren und erfahren wir im G*ttesdienst in der Einladung zum Abendmahl: „Kommt, denn es ist alles bereit. Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist.“
Freundlichkeit knnen wir bei G*tt erfahren: „Dankt dem Einen! Ja, er ist gut! Fr alle Zeit whrt seine Freundlichkeit!“ (Psalm 106,2).
Freundlichkeit bedeutet den Menschen mit bedingungsloser Liebe zu begegnen und anzunehmen.
Diese Erfahrung von Freundlichkeit ist s fr die Seele und heilsam fr die Glieder!

Patricia Sorgenfrei



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