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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Dezember 2018


Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut.
 Matthus 2,10

Liebe Gemeinde!
Matthus erzhlt uns die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland, Magier und Sternenkundige, die wegen eines besonderen Sternes bzw. einer besonderen Planetenkonstellation sich auf den Weg machten und einen neugeborenen Knig suchten. Viel ist geforscht worden ber diese besondere Himmelserscheinung, fr und wider sind diskutiert worden, und niemand kann sicher sagen, was die Magier eigentlich wirklich sahen und dazu veranlasste, aus fernem Land aufzubrechen und einen neugeborenen Knig der Juden zu suchen. Matthus aber hatte auch gar kein Interesse an astronomischen bzw. astrologischen Fragen, ihm ging es um etwas ganz anderes. Von fern her kamen Heiden, um den neugeborenen Knig der Juden anzubeten. Matthus sah darin die Erfllung alttestamentlicher Weissagungen.

So lesen wir im 4. Buch Mose vom „aufgehenden Stern aus Jakob“. Dieser Text weist zwar auf geschichtliche Vorgnge in Israel und lsst eher an den Knig David denken, dennoch ist er in der jdischen Tradition immer wieder auch messianisch gedeutet worden. Die Geschenke der Weisen aus dem Morgenland erinnern an einen Text aus Jes. 60, wo es heit, „sie werden aus Saba kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkndigen.“ Die Erwartung einer Vlkerwallfahrt zum Zion (Jerusalem) hat sich in prophetischen Texten manifestiert wie etwa beim Propheten Sacharja, wo es heit:
„Es werden viele Vlker kommen und Brger vieler Stdte. und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen. So werden viele Vlker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen“
An solche und andere alttestamentliche Stellen knpft Matthus an und erzhlt die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland. Es ist die Geschichte von Menschen, die auf der Suche waren. Der Stern wies ihnen den Weg; zwischenzeitlich hatten sie ihn wohl auch aus den Augen verloren. So kamen sie nach Jerusalem und erkundigten sich nach dem neugeborenen Knig. Sie fragten allerdings an falscher Stelle, denn am Knigshof des Herodes wusste man nichts von einem neugeborenen Knig. Matthus stellte den suchenden Magiern aus den Morgenland als negatives und abschreckendes Beispiel Herodes gegenber, dem er zur Festigung seiner 40-jhrigen Schreckensherrschaft auch den sogenannten Kindermord zu Bethlehem zutraute.

So zogen die Weisen weiter und kamen nach Bethlehem, und fanden das Kind in der Krippe und beteten es an. Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten sie als knigliche Geschenke mit.

Die Anbetung galt dem Kind, das Christen aller Vlker und Nationen seitdem als den Friedensknig verehren. Der Beginn der Erfllung dessen, was der Prophet Micha verheit, sehen sie gekommen: „Viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spiee zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu fhren.“

Ja, es lohnt, diesem Stern zu folgen, und wie sehr wnschten wir uns, dass Menschen aller Lnder und Kontinente diesem Friedensknig huldigten, und dass die Freude ber den Stern nicht immer wieder berschattet wrde von Tausenden Kriegstoten und einer ungeheuren Zahl von Menschen, die vor der Gewalt der Mchtigen und Kriegstreiber fliehen mssen.

Wir werden Weihnachten feiern, und werden wieder unzhlige Friedensappelle in Kanzelreden und politischen Statements hren, und doch wissen wir, dass die Waffen auch dieses Jahr nicht schweigen werden und das millionenfache Sterben kein Ende findet. Das ist die Realitt. Und doch ldt die Geschichte ein, uns mit den „Heiligen drei Knigen“ auf den Weg zu machen, um den Friedensknig zu suchen, eher nicht an den Knigshusern und Machtzentren dieser Welt , sondern da, wo Menschen nach dem trachten, was dem Frieden und der Vershnung dient.

In diesem Sinne wnsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und der Welt ein paar friedliche Tage,
Ihr Jrgen Fuhrmann



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