Die Magdalenenkirche
Entstehung
Die Ev. Kirchengemeinde Magdalenen und Bethlehem ist die Nachfolgegemeinde der ursprünglichen ev.-lutherischen Gemeinde in der Stadt Rixdorf, die Ende des 19. jhs. zunächst in die Stadt Cölln, sodann in den Bezirk Berlin-Neukölln eingemeindet wurde. Mit dem Bau der Magdalenenkirche im Jahr 1879 wurde die alte und schon lange für die Gemeinde zu kleine Kirche auf dem Richardplatz an die böhmischlutherische Bethlehemsgemeinde verkauft. Die ursprüngliche Magdalenengemeinde war Zentrum der Neuköllner Gemeindeneugründungen und bis 2002 Amtssitz des Superintendenten. 1967 wurde ein erheblicher Teil der Magdalenengemeinde in die neugegründete Ananiasgemeinde übergeleitet.
2003 fusionierte sie mit der böhmisch-lutherischen Bethlehemsgemeinde zur "Evangelischen Kirchengemeinde Magdalenen und Bethlehem", wodurch die Bethlehemskirche auf dem Richardplatz wieder als Predigtstätte gewonnen wurde.
Gottesdienste und Gemeindefeste
Die Gottesdienste der Gemeinde, die im Regelfall eher traditionell gestaltet sind, werden gut angenommen. Neben diesen Gottesdiensten gibt es aber auch Lektorengottesdienste, Familiengottesdienste, Musikgottesdienste, Gottesdienste, die von Gemeindegruppen vorbereitet und durchgeführt werden sowie ökumenische Gottesdienste. Damit ist eine Gottesdienstvielfalt sichergestellt. Wichtig ist uns auch die Arbeit auf kulturellem Gebiet, die in der Region verankert ist. Hierzu gehören regelmäßige Angebote von geistlicher Musik und Textlesungen in der Bethlehemskirche und Konzertangebote in beiden Kirchen, sowie den Nachbarkirchen in der Region. Im Zusammenhang mit dem Bezirksfest "48 Neukölln" haben wir in den letzten Jahren ein Gemeinde fest unter dem Titel "Jazz in the Garden" veranstaltet, das sich großer Beliebtheit erfreut.
Die Gemeinde hat eine Kita mit derzeit 12 Plätzen und einen Hort mit 40 Plätzen in Kooperation mit der Peter-Petersen-Schule. Dies ermöglicht der Gemeinde gleichzeitig, auf bezirklicher Ebene präsent zu sein, wie z.B. auch mit dem Adventsbasar, in dessen Rahmen die Gemeinde ihre Informationsstände auf der Straße aufstellt. Die traditionell gute Zusammenarbeit des Kirchenkreises zum Bezirk spiegelt sich wider in den Reformationsgottesdiensten, die vom Superintendenten gehalten werden und in dem traditionell ein Grußwort vom Bezirksbürgermeister gesprochen wird.
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Die zentrale Lage und die Geschichte der Gemeinde Magdalenen und Bethlehem bringt es mit sich, dass sie über den ältesten historischen Gebäudebestand in der Region, der teilweise bedeutend älter als 125 Jahre ist, verfügt, der aus Gemeindemitteln allein nicht unterhalten werden kann. Hier braucht die Gemeinde dringend finanzielle Hilfe.
Dr. Cornelia Soldat und Jürgen Fuhrmann
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Im Januar 2006 fusionierte die Kirchengemeinde Magdalenen und Bethlehem mit den Kirchengemeinden Ananias und Tabea zur evangelischen Kirchengemeinde Rixdorf.
Mehr zur Geschichte der Magdalenenkirche
Liebe Besucherinnen und Besucher dieses Gotteshauses!
Sie befinden sich in der evangelischen MAGDALENEN-KIRCHE, die im Jahre 1879 feierlich eingeweiht wurde.
Schon lange war die alte Dorfkirche im Herzen von Rixdorf für den sonntäglichen Gottesdienstbesuch zu klein geworden. Oft geschah es, dass Gläubige bis auf die Dorfaue, den heutigen Richardplatz, ausweichen mussten. So beschloss die Gemeinde von Deutsch-Rixdorf, sich eine neue, größere Kirche zu bauen. Als im Jahre 1877 endlich ausreichende Mittel für den Kirchbau vorhanden waren, beauftragte die Gemeinde den Architekten Bohl aus Teltow, der später in Danzig wirkte, mit dem Bau einer neuen Kirche an einer der großen Ausfallstraßen in die Mark Brandenburg.
Hier an der Bergstraße, der heutigen Karl-Marx-Straße, hatte sich ein großer Friedhof befunden, der nach der Errichtung neuer Friedhöfe nicht mehr benötigt wurde. Weiterhin als Friedhof genutzt wurden nur die beiden Grundstücke Böhmischer Gottesacker und der heutige Magdalenen-Kirchhof auf beiden Seiten der Kirchgasse. Am 12. Juli 1877 fand die Grundsteinlegung statt, und innerhalb von nicht einmal zwei Jahren war die neue Kirche fertig. Mit ihrem basilikale Stil steht unsere Kirche in der auslaufenden Tradition der Baumeister Schinkel, Stüler und Adler. Charakteristisch für jene Epoche ist die äußere Ziegelwand und die Holzverarbeitung im Inneren (Dach und Empore).
Am Dienstag, dem 25. März 1879, wurde die Magalenen-Kirche mit einem feierlichen Kirchweihgottesdienst eröffnet und ihrer Bestimmung übergeben. Der Kreisbaumeister Bohl übergab am Portal den Schlüssel Generalsuperintendent Dr. Brückner; der Rixdorfer Pfarrer Jonas, nach dem später auch die Straße gegenüber der Kirche benannt wurde, öffnete sie. Unter den Klängen von "Unsern Eingang segne Gott" zog die Gemeinde in ihr neues Gotteshaus ein und feierte Gottesdienst.
Die
Kirche als sichtbares Zentrum der christlichen Gemeinde gibt Zeugnis
von der sich ständig wandelnden Geschichte und dem
Lebensgefühl der Menschen zu verschiedenen Zeiten. Obwohl
unsere Kirche 1984-86 nach dem rekonstruierbaren Befund von 1879
wiederhergestellt wurde, können bei aufmerksamer Betrachtung
doch die einzelnen Epochen wieder erkannt werden.
Das älteste Zeugnis in unserer Kirche stammt von einem unbekannten Rixdorfer Schnitzer aus dem 16./17. Jahrhundert: das Kruzifix auf dem Altar. Die ockerfarbene Ausmahlung des Kirchenschiffs entspricht der ursprünglichen Farbgebung von 1879. Die hellen, warmen und freundlichen Farben und die bäuerlich-verspielten Ornamente schienen dem Lebensgefühl der ständig wachsenden Gemeinde zu Rixdorf zu entsprechen. Das Lutherbild (neben dem Eingang) wurde 1883 von Ernst-Moritz Geyger gemalt; das Gemälde "Der auferstandene Christus begegnet der Maria Magdalena" stammt von dem Maler Müller-Münster aus Steglitz.
Die dunkle Eichenholz-Imitation von 1910 mit mehrfarbigen Schmuckelementen ist in der Mitte der Dachkonstruktion und am rechten Pfeiler freigelegt bzw. rekonstruiert worden. Die nächste Veränderung fand zum 50. Jubiläum im Jahre 1929 statt. Die Brüstungsfelder der Empore erhielten eine eher dunkle Bemalung, die seitlich an dem "Balkon" der Orgelempore freigelegt worden ist. Die Kapitele und Schnitzereien wurden vergoldet, der Altarraum und die Seitenwände erhielten ein olivgrünes Paneel. Im Altarraum entstand ein Schriftzug, der in Beziehung zum Abendmahl stand. Davon sind die Worte "Mein Fleisch ist die rechte Speise" im linken Teil des Altarraumes wieder freigelegt worden.
Die Jahre des zweiten Weltkrieges hat unsere Kirche unbeschadet überstanden (lediglich die Kirchenfenster waren zerstört). An die Zerstörung der Kriege erinnert unser Taufstein: Teil eines Kapitels der kriegszerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Im Jahre 1959, zum 80. Jubiläum unserer Kirche, erhielt das Kircheninnere - dem Geschmack jener Zeit entsprechend - einen nüchternen, kalt wirkenden, blaugrauen Anstrich. Das Lesepult sowie einzelne kleine Farbschnitte (Demonstrationsfelder) an der Kanzel und an der Orgel geben davon Zeugnis. Auch die Beleuchtung stammt aus jener Zeit. In den 70er Jahren schließlich musste der Fußboden erneuert werden; die Gemeinde entschied sich für blaues Linoleum sowie für eine Bestuhlung an Stelle der alten Kirchenbänke. Die Gemeinde sollte die Möglichkeit haben, das Gotteshaus auch zu anderen, als zu gottesdienstlichen Zwecken nutzen zu können.
Eine große Spendenfreudigkeit unserer Gemeindeglieder, finanzielle Hilfe des Kirchenkreises Neukölln und schwesterlich verbundener Gemeinden sowie der Landeskonservator haben die in den Jahren 1984 bis 86 vorgenommene schöne Restaurierung unserer Kirche ermöglicht.
Viele Gottesdienste wurden seit der Eröffnung in der MAGDALENEN-KIRCHE gefeiert. Sie war die "Hauptkirche" von Rixdorf, dem heutigen Altstadtbereich Neuköllns. 1892 wurde das alte Pfarrhaus gebaut, 1958 kam ein modernes Gemeindehaus dazu, das den Bedürfnissen einer Großstadtgemeinde entsprechen sollte. Die unterschiedlichen Vereine und Arbeitsbereiche kamen hier unter, Kinder- und Jugendarbeit, Angebote für Erwachsene und ältere Menschen. Seit den 60er Jahren wurde die Kirche auch an Wochentagen geöffnet. Es fanden nachmittags Kurzandachten statt. 1969 wurde an die Kirche eine Kapelle angebaut, in der sich heute noch jeden Freitag um 17.00 Uhr Menschen zur Wochenschlussandacht versammeln. Häufig ist die Magdalenen-Kirche mittwochs geöffnet. Während der "Offenen Kirche" haben Vorübergehende die Gelegenheit, sich die Kirche anzuschauen, eine Zeit der Ruhe oder des Gebets jenseits der Hektik der Karl-Marx-Straße zu finden. und natürlich laden wir zu unseren Gottesdiensten an den Sonn- und Feiertagen ein, jeweils um 11:00 Uhr. Ein Höhepunkt sind in jedem Jahr der festlich geschmückte Erntedankaltar und die große Ausstellung "Krippen aus aller Welt", die jeweils ab dem Adventsbasar am Samstag vor dem ersten Advent zu sehen ist. Unsere Kirche öffnet die Türen zu unterschiedlichen Veranstaltungen wie Konzerten oder Ausstellungen.

Die MAGDALENEN-KIRCHE – sie ist und will sein ,,die
Hütte Gottes bei den Menschen" in der Altstadt von Rixdorf
(Inschrift auf dem schmiedeeisernen Gitter vor dem Kirchenportal von
1921).
Unsere MAGDALENEN-Gemeinde möchte eine offene und gastfreundliche Gemeinde sein. Unsere Gäste, Gottesdienstbesucherinnen und -besucher sollen sich bei uns wohl fühlen können. Unsere Kirche soll ein Raum sein, in dem Menschen einander begegnen, wo sie das Wort Gottes vernehmen, Ruhe und Ermutigung, Kraft und Hoffnung für ihr Leben finden können.



