Archiv Monatssprüche 2010
Gedankensplitter zum Monatsspruch MärzNiemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
Johannes 15,13
Liebe Gemeinde,
sicher freuen auch Sie sich darüber, dass
die Tage, wenn auch langsam, wieder
länger und wärmer werden.
Ich bemerke das jeden Morgen, wenn ich
in der Küche hantiere und aus dem
Fenster den Himmel anschaue. „Wie
schön.“, denke ich, wenn nach Wochen
von Kälte und Schnee endlich die Sonne
mit ihrem Licht den Tag erhellt. Im
Augenblick aber lässt auch die Sonne zu
wünschen übrig.
Wir stehen mitten in
der Passionszeit und
unser Monatsspruch
ist dementsprechend ausgerichtet. Er
stammt aus den Abschiedsreden Jesu im
Johannesevangelium. Der Spruch ist von
Wehmut geprägt. Jesus weiß, dass er den
Weg des Leidens und Sterbens gehen
muss. Das bedeutet Trennung von seinen
Freundinnen und Freunden. Das bedeutet
Abschied. Ihm fällt das nicht leicht. Ob sie
ohne ihn zurechtkommen? Und so gibt er
ihnen diese Worte mit auf den Weg. Er
erinnert sie an die Liebe, die uns mit Gott
verbindet und dass er die „Brücke“ zu
Gott unserem Vater ist. Diese Liebe
verbindet über den Tod hinaus.
Wenn wir Liebe in Form von Zuneigung,
Bestätigung und Anerkennung durch
andere Menschen empfangen, ist das
etwas, was uns aufmuntert. Durch die
Liebe eines Menschen erfahren wir
Vertrauen. Die Liebe ist ein starkes
Gefühl, das uns leben lässt.
Doch was bleibt, wenn dieser Mensch uns
verlässt? Droht da nicht der totale
Zusammenbruch? Ob die Jünger Jesu
auch so dachten? Sie wissen es noch nicht,
Jesus gibt sein Leben für seine
Freunde –
nicht nur für sie, sondern für alle.
Manche unter uns meinen, wenn sie einen
geliebten Menschen verloren haben: „Jetzt
bin ich ganz alleine.“ Sie beißen die
Zähne
zusammen und geben sich die Parole
„durchhalten“. Meine
Erfahrung aber heißt:
Nicht die Zähne zusammenbeißen,
sondern
die Zunge lösen
und den Mund aufreißen und Gott
danken dafür, dass er versprochen hat,
mit seiner Liebe bei uns zu bleiben, bis an
das Ende unserer Tage.
Wir können diese Liebe erfahren, indem
wir dem Weg Jesu folgen. Wir werden
erleben, dass diese Liebe blühen kann wie
eine Blume.
Dass wir in Christi Nachfolge leben und
nicht vom Weg abkommen, müssen wir
immer wieder neu bedenken. Doch wir
dürfen darauf vertrauen: Gottes Liebe
wird durch uns scheinen und uns und
anderen Kraft geben.
Kommen Sie gut durch die Passionszeit.
Ihr Günter Linn




