Archiv Monatssprüche 2009
Gedanken zum Monatsspruch Juni 2009Petrus sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern, dass ihm in jedem Volk willkommen sind, die Gott achten und rechtschaffen handeln.
Apostelgeschichte 10, 34-35
Liebe Gemeinde,
manchmal wünschte ich, ich wäre wie Gott.
Ich weiß, das ist Gotteslästerung. Aber es
wäre doch schön, wenn ich so mit meinen Mitmenschen
umgehen könnte, wie Petrus es von Gott beschreibt: dass ich
nicht darauf achte, wie jemand durch die Welt geht – ob die
anderen sich zum Beispiel an dieselben religiösen
Gewohnheiten halten wie ich. Damit hatte Petrus seine Schwierigkeiten:
Er hatte diese Vorstellung, dass bei Gott nur willkommen ist, wer sich
an das Sabbatgebot und die jüdischen Speisegebote
hält. Und er begriff nach und nach, dass Gott nicht so enge
Vorstellungen hat – dass bei Gott alle willkommen sind, denen
Gott wichtig ist.
Petrus Probleme mit seinen Mitgläubigen sind nicht dieselben,
wie meine eigenen engen Vorstellungen. Es wäre doch
schön, wenn ich meine Engstirnigkeiten hinter mir lassen
könnte, wenn auch mir alle willkommen wären, die Gott
achten und rechtschaffen handeln. Ich gebe zu, dass ich mit diesem
Anspruch an meine Grenzen stoße.
Mein Trost: Es gibt ja noch
Sie, liebe Gemeinde! Wenn meine Vorstellungen davon, wie wir als
Gläubige leben sollten, zu eng sind, und ich einen Mitmenschen
nicht willkommen heißen mag, dann erkennt hoffentlich eine
Schwester oder ein Bruder, dass auch für diesen Mitmenschen
gilt: Ihm ist Gott wichtig, wenn er das auch ganz anders
ausdrückt als ich. Dann erinnert mich hoffentlich jemand von
Ihnen daran, dass bei Gott alle Menschen willkommen sind.
Es wäre doch schön, wenn wir in diesem Sinne als
Gemeinde so wären wie Gott, wenn wir im Zusammenspiel unsere
ganz unterschiedlichen Ansichten und Gewohnheiten alle Menschen
willkommen heißen könnten, die zu Gott
gehören wollen. Dazu helfe uns Gott mit seinem Heiligen Geist.
Ihre Pfarrerin Marita Lersner



