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Archiv - Texte und Gedanken zu der Losungen und Monatssprüchen

Archiv Monatssprüche 2008

Gedanken zum Monatsspruch Dezember

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
 Jesaja 66,13

Liebe Gemeinde,
sicher haben Sie das auch schon erlebt: ein weinendes Kind im Kaufhaus, das seine Mutter aus den Augen verloren hat. Mutterseelenallein und untröstlich irrt es im Kaufhaus umher. Menschen kümmern sich, aber das Kind beruhigt sich nicht. Dann kommt die Mutter und nimmt das Kind auf den Arm, streichelt zärtlich über den Rücken und wiederholt immer wieder die Worte: „Ich bin ja da, ich bin ja bei dir, nun ist ja alles gut.“ Langsam beruhigt sich das Kind. Schon als Neugeborenes hatte das Kind die tröstende Nähe der Mutter erfahren. Wenn es Hunger hatte, wenn der Bauch weh tat, wenn es fremdelte: in den Armen der Mutter fand es Geborgenheit und Trost. Hier fühlte es sich gut aufgehoben.
Der Prophet scheut sich nicht, das Bild einer tröstenden Mutter für Gottes Trost zu benutzen. Gott verspricht den heimkehrenden Flüchtlingen des Volkes Israel sie ebenso liebevoll zu trösten wie eine Mutter ihr Kind tröstet. In all ihrem Unglück und ihrer Not können sie sich darauf verlassen: Gott ist bei ihnen. Sie müssen nicht verzweifeln, Gott trägt sie durch alle aussichtslosen Situationen und steht ihnen bei, wenn sie sich verlassen fühlen. Trost heißt vor allen Dingen Zuwendung und Nähe erfahren, und zwar von dem, dem wir vertrauen können, wie ein Kind seiner Mutter vertraut. Ein Arm, der sich uns um die Schulter legt, ein Blick, der uns Wärme spüren lässt, ein Wort, das uns wissen lässt: du bist nicht allein, ich bin mit dir, trösten uns. Immer wieder haben Menschen diese Zuwendung Gottes als Trost erfahren. Der todkranke Hiskia bekennt: „Siehe, um Trost war mir sehr bange, du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe“. Der in tiefe Zweifel gestürzte Psalmist des 73. Psalms bekennt am Ende doch: „Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil“. Vom greisen Simeon wird im Neuen Testament berichtet, dass er Jahr um Jahr auf den Trost Israels, den Messias, wartet. Als er das Kind Jesus auf den Armen hält, weiß: er: Gott hat seine Verheißung wahr gemacht. In ihm hat Gott sein Volk besucht und ist ihnen ganz nahe.
Wir feiern Weihnachten in diesem Monat. In einem Kind hat sich Gott uns zugewendet, ein Kind in den Armen der Mutter. Dieses Bild erinnert uns daran: Gott will uns trösten wie einen seine Mutter tröstet.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit,
Ihr Pfarrer Jürgen Fuhrmann



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