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Archiv - Texte und Gedanken zu der Losungen und Monatssprüchen

Archiv Monatssprüche 2008

Gedanken zum Monatsspruch September

Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
 Jeremia 31,3

Liebe Gemeinde!
Manchmal ist das Alte Testament so aktuell, dass es einem den Atem verschlägt. Der Monatsspruch hat mich lange beschäftigt und fast deprimiert, denn ich habe ihn schon oft bei Todesanzeigen in der Tagespresse gelesen. Angehörige wollen in den Anzeigen zum Ausdruck bringen, dass Gott am Ende eines menschlichen Lebens aus lauter Güte alles wieder zu sich holt. Anfangs dachte ich, dass dieser Bibelspruch eigentlich nicht in den Monat September passt, sondern eher in die dunklen Novembertage, wo man sensibler und besinnlicher ist.
Aber, so denke ich, vielleicht sagt der Bibelspruch etwas ganz anderes aus. Zunächst habe ich das ganze 31. Kapitel des Buches Jeremia gelesen und voller Staunen erfahren, dass Gott einen neuen Bund mit Israel schließen will, nachdem es durch viel Leid und kriegerische Auseinandersetzungen schon die Hoffnung auf "ihren" Gott aufgegeben hatte. Der Prophet Jeremia prophezeit dem Volke Israel die Gnade und Führung Gottes, denn er liebt sein auserwähltes Volk wie eine Mutter ihr Kind, und das Kind fühlt, wie jemand zu ihm hält.
Als Erwachsene brauchen wir nicht weniger diese offenen Arme, die uns spüren lassen, wie wir geliebt, und wo wir zu Hause sind.
Der Monat September ist der Monat der Diakonie. Das Wort Diakonie kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Nächstenliebe und Liebesdienst an Menschen, die Hilfe brauchen. Ob aus diesem Grund der Monatsspruch genommen wurde, um deutlich zu machen, dass wir immer daran erinnert werden, dass Gott uns liebt und wir diese Liebe durch unseren Dienst an Menschen weitergeben?
Wie gesagt: Das Alte Testament ist aktuell und voller Spannung.
Seien Sie gut behütet
Ihr Günter Linn



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