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Archiv - Texte und Gedanken zu der Losungen und Monatssprüchen

Archiv Monatssprüche 2008

Gedanken zum Monatsspruch Juni

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.
 2. Mose 15,2

Liebe Gemeinde,
wer glücklich ist, singt gern ein Lied, laut oder leise, klatscht in die Hände, tanzt und feiert das Leben. Israel war damals glücklich nach erfolgreicher Flucht vor den Ägyptern. Diese hatten Israel aus der Sklaverei ziehen lassen. Aber schon bald reute es den Pharao und er ließ sein Heer dem israelitischen Volk nachjagen. Das sah sich bald in der Klemme: vor ihnen das Schilfmeer, hinter ihnen die Übermacht der Ägypter. Wie so oft hatten sie sich schon aufgegeben: Wären sie doch lieber in Ägypten geblieben. Aber da geschah das Unerwartete: Das Meer vor ihnen öffnete sich und das Volk Israel konnte trockenen Fußes hindurch gehen. Sie waren gerettet. Und dann wird erzählt: "Damals sangen Mose und die Israeliten dieses Lied: Ich will dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan… Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden." (1. Mose 15,1f)
Auch wir bekommen manchmal unerwartete Hilfe: Sicher ist es nicht das Schilfmeer vor uns, das zu überwinden ist, aber vielleicht der Berg von Arbeit, von ungelösten Aufgaben, von Problemen, die uns den Mut nehmen. Der Weg nach vorn scheint versperrt, zurück können wir aber auch nicht mehr. Und dann kommt unerwartete Hilfe, von einem Freund, von einer Freundin, von Kollegen oder einfach nur aus heiterem bzw. bedecktem Himmel. Und wir spüren: hier war Gott am Werk. Wer das erfährt kann nicht anders als singen, tanzen, jubeln und sich laut oder leise freuen: "Gott ist für mich zum Retter geworden". Wie oft ist Gott uns schon zum Retter geworden, wenn uns das Wasser bis zum Hals stand, wenn wir keinen Ausweg mehr sahen, wenn alles über uns zusammen zu brechen drohte.
Oder stehen wir im Moment vielleicht doch noch nicht da, wo das Volk Israel stand, sozusagen am anderen, sicheren Ufer. Machen uns die vielen ungelösten Probleme doch noch Sorgen und schreien wir nach dem Rettergott. Auch dann ist Gott mein Lied. Vielleicht finde ich ihn in dem Lied: "In dir ist Freude in allem Leide...". Oder aber ich leihe mir ein Lied aus dem Schatz der Psalmen, bringe meine Klagen, Bitten und Flehen mit ihnen vor Gott. Auch in der Not ist und bleibt Gott mein Lied, und seine Stärke wird mich begleiten, bis ich singen kann: "er ist für mich zum Retter geworden." Darauf können wir bauen.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Jürgen Fuhrmann



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