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Archiv - Texte und Gedanken zu der Losungen und Monatssprüchen

Archiv Monatssprüche 2008

Gedanken zur jahreslosung 2008

Jesus Christus spricht:
Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,19

Liebe Gemeinde,
was bringt das neue Jahr? Was erhoffen wir uns? Die Antwort auf diese Fragen fällt sicher sehr unterschiedlich aus. Der eine steht vor dem Abschluss der Schule und freut sich auf das, was ihn nun erwartet: Beruf, Studium, Geld verdienen, den Traum vom erfüllten Leben verwirklichen. Eine andere plant eine Hochzeit und freut sich auf das Leben zu zweit, vielleicht bald zu dritt, wenn sich Nachwuchs einstellt. Ein dritter hofft endlich auf den langersehnten Erfolg im Beruf, auf den Durchbruch nach oben. Was aber, wenn das Leben nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, wenn Krankheiten die Lebensmöglichkeiten beschneiden, wenn durch Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Not uns der Zugang zu vielen Lebensangeboten verstellt ist, wenn Ängste uns die Luft zum Atmen nehmen? Wir wollen leben, auch im neuen Jahr und haben unsere Vorstellungen davon, mindestens von unserem Leben. Manchmal aber ist der Horizont düster und der Blick auf das Leben ist verstellt. 

Damit sind wir beim Kontext der Jahreslosung. Sie steht im Zusammenhang der Passions-geschichte bei Johannes. Nicht der große Durchbruch steht bevor, sondern Jesu Tod. Aus der Traum vom Leben, vom Erfolg, vom Reich Gottes. Die Jünger werden wohl wieder ihren alten Beschäftigungen nachgehen müssen. Aber mitten in diese offensichtlich hoffnungslose Situation hinein macht Jesus ihnen Mut: Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Durch das Kreuz hindurch leuchtet das Leben. Sein Tod ist nicht das Ende. Ja, er wird sterben, aber nicht im Tod bleiben. Er wird leben wie auch die Jünger. Einen Moment lang mag es so aussehen, als wäre alles vorbei. Aber sie werden neue Wege finden, das Leben wird noch einmal ganz neu. In meinen Ansprachen auf Friedhöfen sage ich manchmal, dass sich „unsere Wege nach der Enge des Sterbens in eine neue Weite öffnen“. Dies ist ein Bild der Hoffnung angesichts des Todes. Aber nicht nur am Ende des Lebens hat dieses Wort Bedeutung. In unserem Leben sterben wir tausend Tode, und immer denken wir: jetzt geht es nicht mehr. Doch, es geht. Mag sein, dass das Kreuz das Licht verdeckt. Aber seit Jesus den Weg durch den Tod zum Leben gegangen ist, gibt es keine wirklich hoffnungs-lose Lebenssituation, sondern immer dürfen wir das Wort Jesu hören: Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Das Leben siegt, wie stark auch die lebensfeindlichen Mächte uns bedrängen mögen. So können wir zuversichtlich in das neue Jahr gehen. 

Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Jürgen Fuhrmann





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