Archiv Monatssprüche 2007
September 2007Liebe Gemeinde,
vor uns liegt eine besondere Zeit:
In diesem Jahr sind die wichtigsten jüdischen Feiertage im September, z.B. der Versöhnungstag am 22.September. An diesem Tag geht es für fromme Juden darum, ihre Beziehung mit Gott zu bereinigen. Sie fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Gute Taten haben ein besonderes Gewicht, sie sollen die Sünden, die im Laufe des Jahres begangen wurden, überwiegen.
Ganz ähnlich ist die kommende Festzeit der Muslime. Am
13. September beginnt der Fastenmonat Ramadan. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang essen und trinken Muslime nichts. Die ursprüngliche Idee dabei ist, dass sie dadurch ihre Verbundenheit mit den ärmsten Glaubensgeschwistern am eigenen Leib spüren. Was für Lebensmittel gespart wird, wird den Armen gespendet. Der Ramadan ist eine wichtige geistliche Zeit, eine Zeit, sich um die Seele zu kümmern, zu beten und Gutes zu tun. Wie beim Versöhnungstag gilt: Gute wie böse Taten haben vor Gott im Fastenmonat ein besonderes Gewicht.
Für Christinnen und Christen hat der September keine hohen Festtage bereit, aber einen Monatsspruch, der uns (ähnlich wie in den jüdischen und muslimischen Traditionen) empfiehlt, uns um unsere Seele zu kümmern:
Monatsspruch September 2007:
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele. Matthäus 16,26
Jesus lädt mit diesem Satz seine Jünger ein, ihm nachzufolgen. Er hat gerade zuvor deutlich gemacht, dass das nicht unbedingt angenehm ist. Er hat angekündigt, dass er leiden und sterben wird. Er hat Petrus ziemlich aggressiv abgewiesen, weil der das nicht wahrhaben wollte. Und er hat ausgesprochen, was zur Nachfolge gehört: sich selbst zu verleugnen und sein Kreuz auf sich zu nehmen. Keine angenehme Aussicht, das weiß Jesus, und darum wirbt er um seine Jünger: Ihr habt doch auch nichts davon, wenn euch die ganze Welt zu Füssen liegt, wenn ihr Macht und Geld und alle Bequemlichkeiten habt, aber es geht euch im Innersten schlecht. Eure Seele ist doch das Kostbarste, was ihr habt. Die könnt ihr mit nichts freikaufen.
Lassen wir uns von Jesus werben! Achten wir einmal besonders auf unsere Seele. Was schadet ihr, was ist gut für sie, was brauchen wir für die Seele?
Wir können uns dabei unsere jüdischen und muslimischen Glaubensgeschwister zum Vorbild nehmen und die kommenden Wochen als geistliche Zeit verstehen. Besonders mit Gottes Geboten leben. Nicht an den Armen vorbeigehen, sondern die Verbundenheit mit ihnen spüren. Gutes tun und beten.
Uns um unsere Seele zu sorgen, wird nicht immer angenehm sein. Es kann wehtun, die Wirklichkeit wahr zu haben. Es kann schwer sein, der eigenen Bestimmung zu folgen. Es kann damit zusammen gehen, dass wir angenehme Gewohnheiten aufgeben müssen. Und doch ist es das alles wert, weil unsere Seele das Kostbarste ist, was wir haben. Wenn wir uns mit unserer ganzen Seele zu Jesus Christus gesellen, werden wir das Leben finden.
Pfn. Marita Lersner



