Archiv Monatssprüche 2007
Monatsspruch Juli (+ August) 2007:Jesus Christus spricht:
Lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matthäus 5,16
Liebe Gemeinde,
ein oft zitierter Satz lautet: „Tue Gutes, und rede darüber.“ Verträgt sich das aber mit christlicher Demut? Hat man in der Kirche nicht eher nach der Devise zu leben: Tue Gutes, und wenn du es getan hast, dann sprich: „Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“ (Lukas 17,10). Und hatte Jesus nicht im Gleichnis den Pharisäer, der seine guten Taten auflistete, der Über-heblichkeit und Fehleinschätzung wegen gerügt und den Zöllner gewürdigt, der sich Gott mit leeren Händen gegenüber sah und allein auf dessen Gnade setzte?
Wie so oft hilft ein Blick in den Kontext. Der Abschnitt Matthäus 5, 13-16 ist in der Lutherbibel überschrieben: „Salz und Licht.“ Es folgen die bekannten Verse: „Ihr seid das Salz der Erde,“ und „Ihr seid das Licht der Welt.“ Zwei Indikative, zwei Feststellungen: so ist es. Es ist erstaunlich, wie hoch Jesus von uns denkt. Allerdings muss man auch bedenken, von wem Jesus so redet: er denkt an die Jünger, die ihr altes Leben aufgegeben haben und sich in der Nachfolge ihm anvertraut haben. Er denkt an die, die wissen, dass sie Gottes Anspruch niemals genügen können und deshalb immer auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind, die „geistlich Armen“, die aber alles von Gott erwarten. Solchen gilt die Zusage: „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt.“
Nun aber gilt: lebt, was ihr durch Gottes Gnade seid. Ein Licht muss leuchten, sonst hat es keinen Sinn. Man stellt es sogar auf einen Leuchter, damit die Leuchtkraft verstärkt wird und nicht im Verborgenen bleibt, wie auch eine Stadt, die auf einem Berg gebaut wurde, nicht im Verborgenen bleiben kann (ebd.). Christsein drängt immer in die Öffentlichkeit. Es scheut nicht die Auseinandersetzung mit anderen Überzeugungen und Sinnanbietern. Es will Welt und Gesellschaft mitgestalten. Immer wieder sind Menschen durch das überzeugende Beispiel von Christinnen und Christen nachdenklich geworden, auch solche, die sagen, dass sie an Gott nicht glauben könnten. Beispiele wie Elisabeth von Thüringen, Dietrich Bonhoeffer, Maximilian Kolbe und Martin Luther King sind zu nennen. Ihr Licht überstrahlt sogar die leider Gottes immer wieder dunklen Abschnitte unserer Kirche, durch die der „Vater im Himmel“ nicht gepriesen, sondern sein Name verunglimpft wurde. Umso mehr ist es nötig, dass wir uns das Wort Jesu zu Herzen nehmen. Es ist nicht gleichgültig wie wir leben. „Gutes tun und darüber reden“, soll aber nicht uns, sondern Gott groß machen, damit die Welt in unseren Werken Gott erkenne und ihn preise. „Ihr seid das Licht der Welt“, so lebt, was ihr seid.
Es wünscht Ihnen eine angenehme und gesegnete Urlaubszeit,
Ihr Jürgen Fuhrmann



