Archiv Monatssprüche 2007
Monatsspruch Juni 2007:Groß sind die Werke des HERRN,
kostbar allen, die sich an ihnen freuen. Psalm 111,2
Liebe Leserin, lieber Leser,
eines unserer Kinder hat – etwa vierjährig – bei einem Spaziergang im Gebirge meine Frau einmal in ein Gespräch über die Größe Gottes verwickelt. Die Berge machten auf das Kind einen überaus mächtigen Eindruck; darum fragte es: „Ist Gott so groß wie die höchsten Berge?“ Meine Frau versuchte, ihm deutlich zu machen, dass Gottes Größe eigentlich mit nichts von dem zu vergleichen ist, was wir sehen können, ja, dass wir ihn selbst überhaupt nicht sehen können. Am Ende dieses Gespräches zog unser Kind für sich die Schlussfolgerung: „Gott ist so hell, dass wir ihn nicht sehen können.“
Dass wir Gott nicht sehen können und uns von ihm kein Abbild machen dürfen, ist auch für die Beter des Volkes Israel eine grundlegende Einsicht. Aber an seinem Tun können wir etwas von seinem Wesen erfassen. Und darum laden sie uns dazu ein, seine Werke zu erforschen und uns daran zu erfreuen. Zu den erfreulichen Werken Gottes gehört für die Psalmbeter die Schöpfung ebenso wie die großen Ereignisse der Heilsgeschichte des Volkes Israel. Der Beter des
111. Psalms hält sich dabei vor allem an die „machtvollen Taten“, die Gott seinem Volk auf dem langen Weg aus der Sklaverei in Ägypten in das Gelobte Land „kundgetan hat“: Er hat das Volk in der Wüste ernährt und bewahrt; er hat ihm mit seinen Geboten eine verlässliche Ordnung gegeben; und er hat mit ihm einen Bund geschlossen, an den er ewig denken wird. In seinen Taten für das Volk offenbart Gott seine „Treue und Redlichkeit“ – offenbart er letztlich sich selbst.
Wir Christen können uns dieser Einsicht der Frommen und Weisen des Volkes Israel nur anschließen. Für uns ist die größte und kostbarste Tat Gottes, dass er seinen Sohn Jesus in die Welt gesandt hat, um nicht allein das Volk Israel, sondern alle, die an den Christus Jesus glauben, nicht verloren gehen zu lassen, sondern ihnen das ewige Leben zu geben. Gott will nichts anderes als unser Heil. Das können wir, wenn wir das Tun Gottes betrachten, immer wieder neu erfahren. Auch wenn wir Gott nicht sehen, können wir an ihm also unsere helle Freude haben.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Gottfried Hülsen



