Archiv Monatssprüche 2007
Monatsspruch April 2007:Ob wir leben, ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.
Römer 14,8
Liebe Gemeinde,
Der immer wiederkehrende Wechsel vom Winter zum Frühling hat bei vielen Menschen den Eindruck hinterlassen, in der Natur spiele sich ein ewiger Kreislauf von „Stirb und Werde“ ab, und so ist es auch.
Gerade in diesen Tagen erleben wir wieder das Erwachen der Natur; in diesem Jahr - durch den milden Winter bedingt - sogar etwas früher.
Der Monatsspruch für den April, den ich gerade lese, deutet aber weder auf ein „Erwachen“, noch auf das bevorstehende Osterfest hin. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer von der Freiheit eines Christenmenschen. Da heißt es: „Nicht einmal der Tod kann sich zwischen uns und Christus schieben“. Und weiter schreibt er: „Leben wir, so leben wir den Herrn, sterben wir, so sterben wir den Herrn“ das heißt, wir gehören zu ihm, wir sind des Herrn, nichts kann uns von ihm trennen.
Der Monatsspruch ist schwer zu verstehen. Man muss das gesamte 14. Kapitel des Römerbriefes lesen, um zu erkennen: Ja, es ist etwas sehr tröstliches, zu wissen und daran zu glauben, dass Gott bei uns ist im Leben und im Sterben.
Aber eine Osterbotschaft liest sich anders - denke ich - denn Ostern im christlichen Sinne ist mehr als Trost und mehr als ein Frühlingsfest.
Die Auferweckung Christi von den Toten zeigt ein ganz anderes Leben an, das nicht im Zeichen des ewigen „Stirb und Werde“ steht. Wir sollten allerdings in diesem „neuen“ Leben das „alte“ nicht vergessen.
Der auferstandene Christus trägt die Wundmale von Karfreitag an sich. Darum ist Christus auch der Herr über Tod und Leben: ja, ein leidens-erfahrener Mensch, dem unser Weinen und Bitten nicht gleichgültig ist.
Wir haben die Freiheit, uns zu entscheiden: „Leben wir im Herrn, so sind wir des Herrn, Sterben wir im Herrn, so sind wir des Herrn“.
Ihnen, liebe Rixdorfer Gemeinde, eine gesegnete Passions- und Osterzeit
Es grüßt Sie herzlich, Ihr Günter Linn



