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Archiv - Texte und Gedanken zu der Losungen und Monatssprüchen

Archiv Monatssprüche 2006

Monatsspruch Juli 2006:
Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.    Johannes 6,37

Liebe Gemeinde,
wir alle wissen, wie es ist, wenn man uns abweist. Manchmal können wir damit ganz locker umgehen, aber oft genug trifft es uns bis ins Mark. Abgewiesen zu werden tut weh, zumal, wenn man sich große Hoffnungen machte und diese nun enttäuscht werden. Junge Menschen können ernsthaft Schaden nehmen, wenn sie etwa immer wieder Bewerbungen schreiben und die Erfahrung machen müssen, nur Absagen zu erhalten. Das hinterlässt Spuren. Schlimm ist es auch, wenn Kinder erleben, dass sie von den eigenen Eltern abgewiesen werden, oder wenn jemand Kontakt zu einer Gruppe sucht und immer das Gefühl hat, bestenfalls geduldet zu werden.

Unser Monatsspruch dagegen ist die feste Zusage, nicht abgewiesen zu werden. Der, der das sagt, ist Jesus, den wir Gottes Sohn nennen, und in dem uns Gott selbst begegnet. Es geht in dem Abschnitt, aus dem der Monatsspruch genommen ist, um das „Brot des Lebens“, es geht also schlechthin um das Leben selbst, es geht um erfülltes Leben. So kamen unzählige Menschen zu Jesus, die nach Leben hungerten, die auf der Suche nach Sinn waren, oder deren Lebensmöglichkeiten durch Krankheiten oder Abhängigkeiten eingeschränkt  waren. Viele von ihnen standen am Rand der Gesellschaft und haben es unzählige Male erlebt, abgewiesen worden zu sein. Wie beglückend war dann die Erfahrung: da ist einer, bei dem bin ich willkommen, der nimmt mich an, ohne Vorbehalte, offen und ehrlich. Da kann Leben aufblühen und gelingen.

Auch heute noch werden viele Menschen abgewiesen. Sie passen nicht in unser Weltbild, sie gehören zu den Verlierern und fallen uns zur Last, sie fordern Aufmerksamkeit und Anerkennung ein oder wollen nur einen Menschen finden, der ihn ohne Vorbehalte annimmt. Wo sollte er das finden, wenn nicht bei uns, die wir in der Nachfolge Jesu stehen und uns Christen nennen. Annahme, Anerkennung, Offenheit können die Menschen von uns zurecht erwarten. Wir wissen aber, dass dies unendlich schwer ist. Vielleicht gelingt es uns, wenn wir uns daran erinnern, dass wir selbst letztlich davon leben, dass andere Menschen uns annehmen, akzeptieren und nicht zurückweisen, trotz unserer Fehler und Schwächen und Ecken und Kanten.

Das größte Geschenk aber ist, dass Gott in Christus uns nicht abweist. Mag sein, wir erleben Ablehnung durch Menschen, mag sein, wir haben das Gefühl, nirgends gern gesehen zu sein: Gott weist uns nicht ab. Bei ihm finden wir Anerkennung, bei ihm finden wir Offenheit und Liebe, wie sie Jesus uns vorgelebt hat. Bei ihm finden wir damit auch Wertschätzung und Würde, eine Würde, die uns niemand nehmen kann, weil es eine von Gott verliehene Würde ist. In diesem Sinn dürfen wir uns als die Angenommenen verstehen, die ihrerseits bereit sind, niemanden abzuweisen, der unsere Nähe und Hilfe sucht.

Es grüßt Sie herzlich. Ihr Jürgen Fuhrmann


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