Archiv Monatssprüche 2006
Monatsspruch Februar 2006:
Die den Herrn lieb haben
sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!
Richter 5,31
Liebe Leserin, lieber Leser,
dieser
eindrückliche Vergleich bildet den Schluss des sogenannten
Deboraliedes im fünften Kapitel des Richterbuches. Debora ist die
einzige Frau unter den „Richtern“, den Führern der
Stämme Israels in der ersten Zeit, nachdem das Volk Israel im Land
Kanaan sesshaft geworden war. Zwanzig Jahre lang hatten die
kanaanäischen Städte die israelitische Landbevölkerung
so hart unterdrückt, dass diese sich nicht einmal mehr traute, die
Wege über Land zu benutzen und ihre Felder abzuernten. Mit Gottes
Hilfe war nun Debora zusammen mit Barak ein entscheidender Sieg
über den kanaanäischen Feldhauptmann Sisera gelungen
(vgl.
Kap. 4). Von den Autoren des Richterbuches wird ihr ein Siegeslied
voller Jubel über Gottes Taten in den Mund gelegt, das aber auch
nicht an Spott über die Kanaanäer spart, die sich
übertölpeln ließen.
Der Schlusssatz dieses
Liedes, der uns den Februar hindurch als Monats-spruch begleitet,
bietet den großartigsten Vergleich auf, den wir uns in Gottes
Schöpfung überhaupt vorstellen können, um zum Ausdruck
zu bringen, wie die Menschen dran sind, die mit ihrer ganzen,
ungeteilten Liebe an Gott hängen und sich auf ihn verlassen. Die
Sonne ist das gewaltigste und für uns eindrücklichste unter
Gottes Geschöpfen – so eindrücklich, dass sie in der
altorientalischen Umwelt Israels sogar selbst zur Gottheit erhoben
wurde. In dem Augenblick, in dem die Sonne über den Horizont
steigt, bricht der Tag an, und die Finsternis vergeht
(vgl. 1. Mose 1,3).
Aber
ist dieses Bild des wunderbaren Tagesanbruchs als Vergleich für
uns Menschen nicht viel zu groß? Im Neuen Testament wird die
Sonne als Bild für das Kommen Jesu Christi in die Welt gebraucht:
„Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt“
(1. Johannes 2,8). Weil Christus unsere Sünde und alles, was das
Licht scheuen muss, auf sich genommen hat, dürfen wir in seiner
Gegenwart, unter seiner Herrschaft und von seinem Glanz leben. Das ist
für uns das größte Wunder. Möge etwas von seinem
Licht in unserem Dasein widerstrahlen.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Gottfried Hülsen



